Skip to content
Hier finden Sie interessante Neuigkeiten und Ereignisse aus dem Hause der Jaisli-Xamax AG.

Raum neu gedacht

Smart wohnen auf zwei Ebenen – die Studiowohnung von Manuel Frei macht es vor: auf kleinem Raum grosszügig leben. Wir waren bei ihm zu Gast und haben einen Blick in sein aussergewöhnliches Zuhause mitten in Zürich geworfen.

Zwischen New York, Paris, Mailand und München entwickelte Manuel Frei seine Handschrift als Creative Director, Gestalter und Ästhet. Er arbeitete unter anderem als Style Director bei Architectural Digest und später als Chefredaktor von GQ. Internationale Marken wie Bally, Moncler oder Swarovski zählen zu seinen beruflichen Stationen. Räume inszenieren, Atmosphären schaffen, Identität sichtbar machen, das ist sein Metier. Heute lebt er mit dem jungen Schnauzer «Knut» in Zürich. Nicht in einem weitläufigen Loft, sondern einer zweigeschossigen Studiowohnung mitten in der Stadt. Kompakt, klar strukturiert, durchdacht bis ins Detail. Gerade diese bewusste Entscheidung macht sein Zuhause so interessant. Seine Wohnung ist kein Rückzug ins Kleine. Sie ist ein Statement.

Ein Haus wie kein anderes

Die Studiowohnung befindet sich in einem Ensemble aus den 1980er-Jahren, entworfen vom Schweizer Architekten Pierre Zoelly. Kleine Maisonette-Einheiten, sanft eingebettet zwischen Villengärten und mittelalterlicher Stadtmauer. Eine Architektur, die Verdichtung nicht als Kompromiss, sondern als Qualität versteht.

Hier lebt Manuel Frei seit einigen Jahren. Nach internationalen Stationen entschied er sich bewusst für diese kompakte Wohnform mitten in der Stadt. Für ihn ist Wohnen kein Nebenschauplatz, sondern eine Frage der Gestaltung – ein Anspruch, der auch seine Arbeit prägt. Ob individuelle Interior-Design-Projekte, globale Experiences, Events oder Showroom-Konzepte: Frei gestaltet Räume so, dass sie etwas auslösen – ein Gefühl von Klarheit, Eleganz und Atmosphäre. Wenn daraus neue Anfragen entstehen, ist das für ihn das schönste Kompliment.

Raum als Komposition

Die Grundfläche von Manuel Freis Studiowohnung ist begrenzt, ihre räumliche Wirkung jedoch keineswegs. Frei nutzt das Prinzip des Layerings: Materialien, Farben, Licht und Texturen werden sorgfältig aufeinander abgestimmt und bilden mehrere Ebenen im Raum. Möbel und Objekte sind bewusst platziert und ergänzen das Gesamtbild.

Ein Paravent strukturiert die Sitzecke und rote Vorhänge rahmen den Ausblick, während wiederkehrende Elemente für visuelle Ruhe sorgen. Die zweigeschossige Struktur überzeugt nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional. Unten öffnet sich der Wohnbereich, oben befinden sich Rückzugsort und Arbeitsplatz. Keine starren Zimmer, sondern klar definierte Zonen. Die Studiowohnung ist bewusst und sorgfältig gestaltet, bleibt aber selbstverständlich bewohnbar. Sie hält Bewegung und Alltag aus und genau darin liegt ihre Stärke.

«In kleinen Wohnungen hilft eine klare Farbpalette. Wiederkehrende Farbtöne strukturieren den Raum und verleihen ihm Klarheit.»

Farbe als System

Rot zieht sich als wiederkehrendes Motiv durch die Wohnung: Vorhänge, Vasen, Leuchten und einzelne Akzente im Aussenraum. Die bewusste Wiederholung schafft Ordnung und visuelle Balance. «In kleinen Wohnungen hilft eine klare Farbpalette», sagt Frei. «Wiederkehrende Farbtöne strukturieren den Raum und verleihen ihm Klarheit.» Üppiges Blattgrün bringt eine natürliche Weichheit in die reduzierte Gestaltung. Selbst Knut setzt mit seinem dunklen Fell einen sanften Kontrast zur hellen Umgebung.

Licht als Gestaltungselement

Besonders bewusst setzt Manuel Frei das Licht ein. Anstelle einer zentralen Deckenleuchte verteilt er mehrere Lichtquellen im Raum: punktuelle Akzente, indirekte Beleuchtung und zwei Stehleuchten, die den Lichtschein nach oben lenken und so die Raumhöhe betonen. Diese Kombination lässt den Raum tiefer und zugleich wohnlicher wirken. «Das Licht muss Atmosphäre und Ruhe schaffen, nicht die Technik zeigen», sagt Frei. Auch im Zeitalter smarter Lichtsysteme bleibt für ihn entscheidend, dass die Technologie im Hintergrund bleibt und den Raum unterstützt, statt ihn zu dominieren.

Geschichte und Persönlichkeit

Im Küchen- und Essbereich bleibt ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer sichtbar, die dem Raum eine besondere Tiefe verleiht. Möbel und Designklassiker aus unterschiedlichen Zeiten treten hier in stillen Dialog mit der Geschichte des Ortes. Dazu gehört auch der hochglänzende Panton Chair Classic von Vitra aus den 1970er-Jahren. Viele Stücke begleiten Manuel Frei seit Langem und erzählen von den Stationen seines Lebens. So entsteht ein Zuhause voller Erinnerungen.

«Ein Raum muss zuerst gut funktionieren, bevor man ihn weiter verfeinert.»

Innen und Aussen als Einheit

Die offene Struktur über zwei Stockwerke schafft eine überraschende, grosszügige Raumhöhe. Oben befinden sich das Schlafzimmer und der Arbeitsplatz, unten öffnet sich der Wohnbereich. Durch grosse Fenstertüren erweitert sich der Raum nach aussen. Die kleine Terrasse mit Garten ist mit Luxembourg-Stühlen von Fermob möbliert und führt den Wohnraum selbstverständlich im Freien weiter.
«Das Fenster ist wie ein Bild», sagt Frei. Der Garten ist bewusst so gestaltet, dass er auch im Winter visuell funktioniert. Der Aussenraum wird so zum Teil der Innenarchitektur. Blickachsen verlängern die Wohnung über ihre Grundfläche hinaus.

Weniger Wohnraum mit mehr Bedeutung – ein Zukunftsmodell?

Das Zuhause von Manuel Frei zeigt beispielhaft, wie durchdachte Planung auf kleiner Fläche das Gefühl von Grosszügigkeit entstehen lässt. «Ein Raum muss zuerst gut funktionieren, bevor man ihn weiter verfeinert», sagt er. Vielleicht liegt genau darin die Zukunft des Wohnens: nicht in mehr Fläche, sondern darin, Raum klüger zu nutzen.

 

⁠Fotos: ⁠Luc Frey⁠

An den Anfang scrollen